[Dies und Das] Irgendwie scheint gerade alles belanglos

Ich hab so viele Ideen für schöne Blogbeiträge und ich habe eigentlich Zeit sie zu schreiben. Aber jedes Mal, wenn ich kurz davor bin, mir den Laptop zu schnappen, denke ich mir: „Wie belanglos sind deine Themen eigentlich gerade? Gibt es nicht gerade viel wichtigeres als deine Bienchen im Garten, als das letzte Buch oder deine Acrylbilder?“

Corona ist da und deutlich schlimmer, als ich es erwartet hätte. Ich weiß noch genau, dass mich meine Schüler vor 1-2 Monaten darauf angesprochen habe und ich ihnen gesagt habe, dass das nicht schlimm wird. Ich hätte immer gedacht, dass die Medien nur versuchen, möglichst viele Schlagzeilen zu bekommen und eigentlich nichts dahinter steckt. Und nun?

Nun sitze ich zu Hause, sage Verabredungen ab, fühle mich beim Einkaufen unwohl und stelle mir ganz viele Fragen: Wie lange wird das alles noch gehen? Werden die Menschen, die mir wichtig sind, alles gut überstehen? Welche Veränderungen wird es noch geben?

Zum Glück geht es mir aktuell gut. Ich bin noch gesund. Ich habe einen tollen Mann an meiner Seite und bin nicht ganz alleine und isoliert zu Hause. Ich bin verbeamtet und habe ein sicheres Gehalt. Und dafür bin ich dankbar.

Und dann die Frage: Darf ich auch dankbar für die Zeit sein, die ich durch Corona habe? Ich arbeite zwar im Homeoffice, aber durch die fehlenden Anfahrtszeiten und Freistunden, habe ich deutlich mehr Zeit. Zeit für mich. Zeit zum Durchatmen. Zeit, um mich zu bewegen.

Ich glaube aber, dass es mir gut tut, mir ein Stückchen Normalität zu bewahren. Also wird es hier in den nächsten Tagen auch weitergehen. Und eigentlich freue ich mich auch darauf, von dem ein oder anderen berichten und euch viele Bilder zu zeigen.

11 Kommentare zu „[Dies und Das] Irgendwie scheint gerade alles belanglos

  1. Gerade das Belanglose ist aber das spannende, weil es nicht belanglos ist. Es zeigt den Umgang und die Anpasssungsfähigkeit des Menschen in Krisenzeiten, die Stadien die er durchmacht. Ich bin fasziniert von Camus Pest, als wäre es heute geschrieben.

    1. „Die Pest“ habe ich nicht gelesen. Aber es ist schon erschreckend, wie die aktuelle Lage durchaus der Anfang eines dystopischen Endzeitromans sein könnte.
      Hoffen wir einfach mal, dass wir in ein paar Monaten wieder zur Normalität zurückkehren können und im besten Falle sogar ein bisschen was gelernt haben.

  2. ja eine komische Zeit. Fühlt sich irgendwie an wie im Buch „Die Wand“. Ich finde vor allem die Perspektiven „wie lange“, „was ändert sich“, „soziales Umfeld und im Kontakt bleiben“ gerade spannende Punkte, die wir zum Teil beeinflussen können, zum anderen nicht …
    Aber vielleicht bietet die aktuelle Situation gerade die Chance, sich auch mit der eigenen Fotografie und dem eigenen Blog anders auseinanderzusetzen?
    Viele Grüße und stay safe!
    Stephan

    1. Ich glaube, genau das ist es: Viele der Aspekte haben wir nicht selbst in der Hand. Ich kann sehr vernünftig sein und meine Sozialkontakte einschränken, aber kann nicht beeinflussen wie die anderen das machen. Über WhatsApp bekomme ich mit, dass sich einzelne Schüler munter treffen und engumschlungen Selfies machen. 😦

      Bleib du auch so lange wie möglich gesund. Ich habe mir gerade auf deinem Blog deine Portrait- und Landschaftsfotografien angesehen und bin begeistert. Sehr schöne Aufnahmen!
      Da werde ich in Zukunft öfter mal vorbeischauen.

  3. Huhu. Ich verstehe deine Gedankengänge, die hat momentan wahrscheinlich jeder. (Oder fast jeder, mit Ausnahme eben solcher Personen, die sich munter weiterhin in Grüppchen treffen und irgendwie gar nichts verstanden haben.)
    Aber ich finde, gerade solche vermeintlich „belanglosen“ Themen (und wer legt schon fest, was „belanglos“ ist?!) sind doch momentan total wesentlich und wichtig. Gerade, weil doch aktuell soviele Leute zuhause sind und oftmals nichts mit sich anzufangen wissen (mir völlig unverständlich!), ist es doch gut, wenn es jemanden wie dich gibt, der hier weiterhin Programm macht, der schöne und liebe und nette Dinge vorstellt und berichtet, der Fotos zeigt und eigene Bilder, der von Büchern schwärmt und von Plänen und Zielen und Dingen, die gemacht werden wollen. Ich finde das beruhigend zu sehen, dass das Leben eben trotz aller Widrigkeiten der letzten und der zukünftigen Wochen dennoch genauso weitergeht – und da gehört nun mal all das dazu. Das heißt ja nicht, dass man nicht auch mal am Tag innehalten sollte und sich überlegen sollte, wie es einem geht – wie es anderen vielleicht gerade geht -, wie der eigene Tag war und was man vielleicht auch mal über den eigenen Tellerrand hinweg tun kann. Ich finde, dieser Blog hier ist dein „über den Tellerrand hinaus etwas machen“, und das ist wichtig und gut. Also weitermachen!

    1. Danke für deine Worte, Caroline. Ich stimme dir da zu und freue mich ja auch, wenn ich viel Positives, Schönes und Interessantes auf anderen Blogs lese. Und trotzdem war die Hemmschwelle erstmal da.

      Aber: Dein Wunsch ist mir Befehl – ich habe direkt heute wieder gebloggt!

  4. Ich finde, dass es wichtig ist, wenn auch der Alltag mit all seinen Belanglosigkeiten weitergeht! Wenn überall alles stillsteht und es nur noch dieses eine Thema gibt, ist es ja noch schlimmer.
    Mir selbst fällt es total schwer, abends nach dem (eher mühsamen) Home Office produktiv zu sein und vor allem dann nicht in negative Gedankenspiralen zu geraten. Daher ist es bei mir auf dem Blog recht still, nicht weil ich derzeit bewusst nichts veröffentlichen möchte.

    Dankbarkeit ist immer gut, denke ich. Das hilft ja auch mental, wenn man dennoch positives sehen kann.
    Dir und deinen Lieben weiterhin alles Gute und gute Gesundheit!

    1. Diese negativen Gedankenspiralen kenne ich auch. Ich muss für mich einfach festlegen, dass ich abends ab einer bestimmten Zeit, nichts mehr zu dem Thema lesen oder sehen darf. Ich bin jetzt schon zwei Mal nachts aus Albträumen hochgeschreckt – gar nicht mal, weil ich selbst so Angst davor habe, sondern viel mehr weil die Anspannung gerade so hoch ist.

      Deinen Wunsch gebe ich gerne zurück: Ich wünsche dir und deinen Lieben auch ganz viel Gesundheit und innere Ruhe und Stärke!

  5. Diese Belanglosigkeiten sind es doch, die uns bei Verstand und Laune halten und dafür sorgen, dass wir die (zum Teil aus Vernunft selbstgewählte) Isolation gut überstehen und keinen Hüttenkoller bekommen. 🙂

    Ich finde es beruhigend zu lesen, dass so viele Menschen jetzt im Homeoffice arbeiten können und wenn einer der wenigen positiven Aspekte dieses Virus ist, dass dadurch etwas mehr Zeit für schöne Dinge rauspringt, dann ist das doch großartig! Nur wenn wir alle gut auf uns und unsere Lieben aufpassen und zwar nicht nur physisch sondern auch psychisch, können wir so eine Pandemie einigermaßen heil überstehen. Es werden schließlich nicht ohne Grund all die Videos von italienischen Balkonkonzerten geteilt, wir brauchen all diese kleinen schönen Momente in der Krise.

    Pass weiter gut auf dich und deine Lieben auf, nimm dir Auszeiten und teil mit uns die schönen Momente! 🙂

    1. Ich glaube, der psychische Aspekt ist gerade absolut nicht zu unterschätzen. Ich habe mich gerade gestern mit meinem Freund darüber unterhalten, wie sehr mir die Familien leidtun, die gerade psychisch an der Grenze sind, in denen es vielleicht Sucht- oder Gewaltprobleme gibt und man dem Ganzen schwer entfliehen kann.

      Und es ist immer wieder faszinierend wie groß der Unterschied zwischen: „Juhu, ich bleib einfach mal ne Woche gammelig zu Hause auf dem Sofa!“ und „Scheiße, ich MUSS eine Woche gammelig zu Hause auf dem Sofa bleiben“ ist.

      Aber: Viele Bienchen und anderes Glücksgedöns für die Welt. ❤

      1. Ich fürchte, es benötigt nicht einmal so gravierende Probleme. Meine Mutter, die ich gebeten habe ihren Außenkontakt einzuschränken, hat jetzt schon das Gefühl, dass ihr die Decke auf den Kopf fällt, weil sie nicht mit anderen Menschen (also abgesehen von meinem Vater) reden kann. Telefonieren scheint für sie nicht dazu zu zählen! Sie will raus, sie will ihre Schwestern treffen oder mit Nachbarn auf der Straße klatschen können. Dass sie angesichts ihres Alters und ihre Gesundheit sich damit sehr, sehr großen Risiken aussetzt, ist zumindest vom Gefühl her noch nicht bei ihr angekommen.

        Es ist wohl wirklich einfacher für diejenigen, für die solch eingeschränkter Sozialkontakt der Alltag ist. Also ja, bitte her mit den Bienchen und dem Glücksgedöns! 🙂

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