[Bücher] Geschlechterverteilung in meinem Bücherregal

Immer wieder stolpere ich in den sozialen Medien über Aktionen, die Autorinnen in den Vordergrund rücken sollen, da sie auf dem Buchmarkt als deutlich unterrepräsentiert wahrgenommen werden. Ich habe mich mit dem Thema viel zu wenig beschäftigt, um dazu eine fundierte Meinung oder auch nur einen kleinen Eindruck zu haben. Ich kaufe, meiner Meinung nach, ohne auf das Geschlecht des Autors / der Autorin zu achten und möchte das auch weiterhin so tun. Ich möchte die Bücher lesen, bei denen mich das Cover oder der Klappentext anspricht, die ich empfohlen bekommen oder über die ich Gutes gelesen habe. Das soll an dieser Stelle nicht heißen, dass ich solche Aktionen nicht gut und sogar wichtig finde.

Mich hat aber vor allem eins interessiert: Wie sieht es denn in meinen Bücherregalen aus? Gibt es dort eine eindeutige Geschlechtervorherrschaft? Ganz im Allgemeinen? In einzelnen Genres? Also habe ich gezählt, gezählt und nochmal gezählt. 😉

Kurz vorweg: Ich habe in den letzten Jahren unglaublich viel aussortiert. Jetzt im Haus (und mit dem nächsten Umzug in weiter Ferne) werde ich sicherlich insgesamt wieder mehr Bücher in meine Regale stellen können.

Was fällt nun bezüglich der Geschlechterverteilung auf: Im Fantasybereich dominieren eindeutig die Männer in meinem Regal. Das hätte ich auch vorab so vermutet. In diesem Genre kommen vor allem Bücher von Autoren auf den Markt. Im Jugendbuch sieht es anders aus: Hier habe ich doppelt so viele Bücher von Frauen als von Männern in meinem Regal stehen.

Interessant fand ich auch die letzten drei Regale, die ich durchgesehen habe. Insbesondere nach dem Zählen der Thriller und ungelesenen Bücher habe ich mir gedacht: „Das glaubt dir doch so keiner!“, aber tatsächlich war da das Geschlechterverhältnis sehr ausgewogen. Im Thrillerbereich hätte ich auch noch mehr Männer vermutet.

Insgesamt habe ich übrigens mehr Bücher von Frauen (200) als von Männern (178) in meinen Regalen stehen, was sicherlich vor allem daran liegt, dass ich überdurchschnittlich viele Jugendbücher besitze.

Spannend wäre es auch nochmal zu erheben, wie viele einzelne Autoren und Autorinnen in meinem Regal vorkommen. Es könnte sein, dass es einen Unterschied macht, ob ich wie jetzt alle Bücher von Alexey Pehov einzeln zähle und werte (das waren übrigens neun) oder den Autor als einen männlichen Autoren zähle. Um das zu überprüfen, bin ich aber gerade zu zählfaul.

Ich werde übrigens dabei bleiben: Ich lese weiterhin, was mich anspricht – unabhängig vom Geschlecht des Autors / der Autorin. Ich bin aber auf jeden Fall offen für Empfehlungen von Fantasy-Autorinnen. Da habe ich tatsächlich bisher gerade im High-Fantasy-Bereich auch noch keinen so großen Fundus.

9 Kommentare zu „[Bücher] Geschlechterverteilung in meinem Bücherregal

  1. Interessantes Projekt. Für mich leider nicht umsetzbar, da meine Regale so viele Bücher enthalten, dass ich absolut null niente gar keine Lust habe, die zu zählen. Und dann auch noch nach Genres zu unterteilen. Da würde ich vermutlich nach 10 Büchern verzweifeln, weil sich ja auch nicht immer einwandfrei festlegen lässt, welches Genre das Buch hat. Wenn sich am Ende eines Krimis plötzlich der Ermittler und die zu beschützende Zeugin ineinander verlieben und es auf einmal romantisch wird (Klischee schlechthin, hüstel) – ist das dann noch ein Krimi oder schon eine Liebesgeschichte…? Wenn der Täter dann plötzlich ein Alien ist, wird es dann Fantasy??? 😉
    Nee, Spaß beiseite. Die Idee finde ich gut. Und ich beherzige das genau wie du: ich kaufe und lese, wonach mir ist. Nach Autoren habe ich ohne Witz noch nie geguckt und auch noch nie ein Buch danach gekauft, ob das jetzt von einem Mann oder einer Frau geschrieben wurde. Das ist für mich völlig unwichtig, wenn der Klappentext interessant klingt. Und das werde ich auch so weiter machen, selbst wenn ich irgendwann mal das Gefühl haben sollte, dass die Geschlechterverteilung in meinen Regalen nicht ganz gleich ist.

    1. Okay, ich hab meine Bücherregale sowieso nach Genre sortiert, da ging es – abgesehen vom Verzählen – relativ schnell. Und klar gibt es da uneindeutige Zuordnungen: Kommt Harry Potter zu Fantasy oder zum Jugendbuch?

      Ich fand es trotzdem für mich mal ganz interessant herauszufinden, ob sich Männer und Frauen die Waage halten oder nicht. Ich finde das Ergebnis eigentlich ganz schön, weil es mir eben auch zeigt, dass – ohne dass ich darauf achten muss – eine zumindest schon mal männlich-weiblich ausgewogene Mischung vorhanden ist. 🙂

  2. Die Verteilung in meinem Bücherregal habe ich mir noch nie so genau angeschaut, aber bei den gelesenen Büchern hatte ich in den letzten Jahren meist ein relativ ausgewogenes Verhältnis oder aber etwas mehr Frauen als Männer.
    Ohne jetzt konkret gezählt zu haben, glaube ich aber beim raschen Drüberschauen, dass es bei mir mit den Genres ähnlich ist: Mehr Männer im Fantasyregal, aber deutlich mehr Frauen im Kinder- und Jugendbuchbereich. Meine Empfehlungen von Fantasy-Autorinnen wären übrigens Patricia McKillip und Sharon Shinn, wobei die deutschen Übersetzungen bei beiden rar sind (und in den letzten Jahren leider noch viel rarer wurden).

    Was die angesprochenen Aktionen betrifft: Von März 2019 bis März 2020 habe ich ja bei der „WirlesenFrauen“-Challenge mitgemacht und gemerkt, dass das für mich persönlich nicht sonderlich viel Mehrwert hatte.

    1. Ich habe gerade mal nach den beiden von dir erwähnten Autorinnen geguckt. Zumindes auf den ersten Blick habe ich da tatsächlich keine deutschen Bücher entdecken können. Da müsste ich dann vermutlich mal gebraucht gucken.
      Fantasy lese ich auch tatsächlich ungern auf Englisch. Ich hab das Gefühl, dabei zu viel zu verpassen.

      1. Ja, leider ist in den letzten Jahren nicht mehr viel übersetzt worden und die Werke, die vor längerem übersetzt wurden, sind inzwischen oft nicht mehr erhältlich.

  3. Wenn ich von den „alten Schätzchen“ absehe, von denen ich mich nicht trennen kann und will, stehen bei mir im Fantasyregal (ebenso wie bei den Krimis) vor allem Frauen. High Fantasy lese ich eigentlich nur noch von Frauen, fantastische Kinderbücher ebenso und auch bei Urban Fantasy sind sie bei mir deutlich häufiger vertreten als die Männer. Das war auch keine bewusste Entscheidung, es hat sich einfach ergeben, dass ich bestimmte Bücher lieber mochte und andere wiederum lauter Stellen beinhalteten, die mich geärgert haben.

    Als letztes Jahr (?) die „Frauen lesen“-Aktion aktuell war, habe ich mir den Spaß gemacht und mal durchgezählt wie es im Jahr davor so aussah und dabei festgestellt, dass ich so ein Vorhaben nicht bewusst in Angriff nehmen muss. 😉

    (Wie hast du eigentlich nicht-binäre Autoren gewertet? Oder hast du darauf gar nicht geachtet, weil man so selten die Informationen hat und in der Regel eh nach Namen geht, wenn man über das Geschlecht des Autors nachdenkt?)

      1. So hätte ich es mit den Büchern, die von einem „gemischten Team“ geschrieben wurden, auch gemacht.

        Ich weiß auch nur bei ein paar Büchern, dass die Person, die sie geschrieben hat, sich selber als nicht-binär einordnet. So präsent sind diese Informationen ja auch in der Regel nicht, aber diese Handvoll Personen hat mich halt darüber nachdenken lassen (und zu der Feststellung kommen lassen, dass die deutsche Sprache in dem Bereich eindeutig zu wenig „geschlechtsneutrale“ Begriffe hat). 😉

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