[Bücher] „Über dem Meer tanzt das Licht“ von Meike Werkmeister

„Über dem Meer tanzt das Licht“ ist bereits das zweite Buch, das ich von Meike Werkmeister lese. Zeitlich spielt es etwa ein Jahr nach „Sterne sieht man nur im Dunkeln“. Wer das erste Buch noch nicht kennt, aber lesen möchte und sehr empfindlich auf Spoiler reagiert, sollte diese Rezension nicht lesen. „Über dem Meer tanzt das Licht“ kann man allerdings auch unabhängig von dem Vorgänger lesen.

„Ihm strich ich sanft durchs krause Haar, das sich immer so anfühlte, als hätte er das Salzwasser nicht richtig herausgespült, egal, wie lange er duschte. Dann kuschelte ich mich an die beiden. Wer hätte gedacht, dass ich eines Tages so viel Glück haben würde, fragte ich mich, während draußen der Wind um die Häuser jaulte.“ (S. 18)

Maria ist glücklich. Sie hat eigentlich alles, was sie sich vom Leben wünscht. Ihr kleines Strandcafé läuft gut, mit ihrem Freund Simon ist sie glücklich und zusammen mit ihren Töchtern Morlen und Hannah sind sie eine richtige kleine Familie.

Doch dann beschließt Simon, dass er seiner Tochter Hannah die Welt zeigen möchte. Sie soll erleben, wie er früher war und gelebt hat. Er, der Abenteurer. Und was ist mit Maria? Einst bereiste auch sie die Welt, lebte im Hier und Jetzt. Wer ist sie jetzt noch? Ist sie nur mit sich selbst glücklich – auch ohne Simon, der die Sonne in ihr Leben bringt?

Meike Werkmeister beginnt mit ihren Büchern oft dort, wo andere Autor*innen aufhören. Dort, wo sich das Liebespaar bereits gefunden hat. Dort, wo Vertrautheit herrscht und das Glück lebt. Doch was ist, wenn eine Konstante ins Wanken gerät? Wenn die Hauptperson plötzlich allein dasteht?

„Er strich mit seinem Daumen ein paar Tropfen von meiner Wange und sah mich genauso an, wie ich schon immer hatte angesehen werden wollen, seit ich ein kleines Mädchen war.“ (S. 27)

Schon das erste Buch der Autorin hat mich berührt und begeistert – mit „Über dem Meer tanzt das Licht“ hat Meike Werkmeister meiner Meinung nach noch eine Schippe drauf gelegt. Maria ist eine tolle Protagonistin: Mit ihrem lauten Lachen, ihrer selbstbewussten Art und ihren tollen Kurven liegen ihr die Männer zu Füßen. Doch was verbirgt sich dahinter? Wie soll Maria den Tod ihrer Mutter verkraften? Und das zu einer Zeit, in der ihre eigene kleine Familie auseinander gerissen wird.

Marias Weg zu sich selbst hat mich sehr mitgenommen, ohne dass ich ganz genau sagen kann, warum. Ich war an vielen Stellen den Tränen nah, musste immer wieder schlucken. Zum Ende hin löste sich dann eine innere Anspannung. Einnehmend! Einnehmend und authentisch – so würde ich die Schreibweise der Autorin beschreiben. Und wer sich nicht selbst ein Stückchen in Maria wiederfindet, der hätte sie zumindest gerne als Freundin.

„Über dem Meer tanzt das Licht“ hat viel mit mir gemacht, ohne dass ich sagen könnte, woran genau das lag. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, würde aber dazu raten, zunächst „Sterne leuchten auch im Dunkeln“ zu lesen.

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