[Bücher] „Das Lügenhaus“ von Anne B. Ragde

Reiheninfo:

  1. „Das Lügenhaus“
  2. „Einsiedlerkrebse“
  3. „Hitzewelle“
  4. „Sonntags in Trondheim“

Eine Geschichte, die von ihren Charakteren lebt

Die alte Bäuerin Anna liegt im Sterben. Zuerst ist sie nur ein bisschen krank, steht morgens nicht mehr auf. Ihr ältester Sohn Tor, der mit ihr den Hof führt, muss sich ganz alleine Frühstück machen. Und er kann ihr auch nicht von seiner Sau Sara erzählen, die einige ihrer frischgeborenen Ferkel totgebissen hat. Von Tag zu Tag wird es schlimmer mit Anna, bis Tor sie dann – gemeinsam mit seinem Vater – ins Krankenhaus fahren kann. Wie er es hasst, dies mit seinem Vater tun zu müssen, den er verabscheut und mit dem er seit Jahren nur das Nötigste spricht. Dort im Sterbebett treffen nun alle wieder aufeinander, die sich seit Jahren nicht mehr gesehen haben: die drei Brüder Tor, Margido und Erlend, die verheimlichte Enkelin Torunn und der Vater. Und nach und nach ist jeder gezwungen, sich nicht nur mit der gegenwärtigen Situation, sondern auch mit der Vergangenheit zu beschäftigen …

Ruhig und unaufgeregt erzählt, aber doch fesselnd

Seite um Seite lernen wir als Leser die drei Brüder kennen: Zuerst Margido, der als Bestatter arbeitet und alles dafür tut, um den Angehörigen einen möglichst schönen Abschied zu ermöglichen. Dann Tor, der Sohn, der den Hof übernommen und für den seine Schweine der wichtigste (und auch einzige) Lebensinhalt sind. Zum Schluss und ganz im Gegensatz dazu der schwule Erlend, der nach Kopenhagen gezogen ist, dort mit seinem Lebensgefährten lebt und seine Vergangenheit eigentlich hinter sich lassen möchte. Ich fand es unglaublich spannend, wie ich jeden Bruder einzeln unglaublich liebenswert fand, dann aber plötzlich im Verlauf der Geschichte das Verhalten und die Einstellungen des einen oder anderen gar nicht mehr nachvollziehen konnte … um ihn dann im nächsten Moment wieder sympathisch zu finden. Der Autorin gelingt es sehr gut, ihre Figuren facettenreich und mit Ecken und Kanten darzustellen.

Die Folgebände liegen schon bereit

Ich hatte gerade einmal die Hälfte des Buches gelesen, als ich mir die weiteren drei Bände bei meinem liebsten Buchladen bestellt habe. Und ich finde, das sagt auch schon alles. Die Handlung an sich rückt tatsächlich in den Hintergrund, die grandiose Schreibweise der Autorin und die herrlich besonderen Figuren werden garantiert für gute Unterhaltung sorgen. Ich freue mich auf den nächsten Besuch in Trondheim und auf den heruntergekommenen Hof von Tor und seinen Schweinen.

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