[Bücher] „Tinte & Siegel: Die Chronik des Siegelmagiers 1“ – Kevin Hearne

„Tote Schüler sind auf Dauer schlecht für den Ruf. Inzwischen frage ich mich, ob meiner überhaupt noch zu retten ist.“

Erster Satz des Buches

Al MacBharrais ist mit seinen über sechzig Jahren eigentlich ein erfahrener Siegelmagier und dennoch ist mit Gordie nun sein siebter Schüler gestorben. Irgendwas stimmt da doch nicht, oder? Als Al in Gordies Wohnung kommt, um die Umstände seines Todes näher zu begutachten (Wer isst denn schon einen Scone mit Rosinen – klar, dass man daran stirbt!), muss er entsetzt feststellen, dass Gordie hinter seinem Rücken mit Feenwesen gehandelt hat. Wer steckt dahinter und wer hat seinem Schüler Tintenrezepte und Siegel beigebracht, die er erst viel später lernen sollte? Mit seiner schlagkräftigen Managerin Nadia und dem Hobgoblin Buck Foi an seiner Seite versucht Al wieder Ordnung in die irdischen Gefilde zu bringen.

Mit „Tinte & Siegel“ kehrt Hearne zwar in die bereits durch die Chroniken des eisernen Druiden bekannte Welt zurück, allerdings in einer gänzlich neuen Form. Die uns bekannten Gefilden sind immer noch mit Tír na nÓg verbunden, so dass Feenwesen und Götter auf unsere Erde wechseln können, aber es kämpft kein zweitausende Jahre alter Druide gegen die Eindringlinge, sondern Al MacBharrais und fünf andere Siegelmagier beschützen die Welt mit geheimen Tintenrezepten und magischen Siegeln vor gefährlichen Eindringlingen anderer Welten. Mir hat es unglaublich gut gefallen, in das bekannte Setting zurückzukehren, aber dennoch das Gefühl zu haben, etwas Neues zu lesen.

Wer das erste Mal ein Buch von Kevin Hearne liest, sollte sich auf jede Menge ungewöhnlicher fantastischer Wesen, auf eine stellenweise etwas derbe Sprache und einen großartigen Humor einstellen. Hearne schreibt keine 08/15 Fantasy: Es gibt nicht nur die üblichen Zwerge, Elfen und Orks, sondern Hobgoblins, Leprechauns, Banshees und Pixies. Die Helden sind keine durchtrainierten, muskulösen Männer, sondern – in Als Fall – alte Schotten mit ungewöhnlich schönen Schnurrbärten.

Hearnes Schreibstil trägt mit einer Leichtigkeit durch die Geschichte. Ich bin immer wieder beeindruckt davon, wie gekommt der Autor kleine wichtigte Rückblenden und Hintergrundinformationen in die aktuelle Handlung mit einfließen lässt. Mit Al hat er einen ganz besonderen Charakter geschaffen: Den schottischen Siegelmagier muss man, genauso wie den Hobgoblin, sofort in sein Herz schließen. Besonders hat es mir allerdings Nadia angetan, die gleichzeitig gekonnt Als Druckerei und seine Siegelmagiergeschäfte managt und als Schlachtenseherin in jedem Kampf unerlässlich ist. Ich hoffe sehr, dass Nadia in den nächsten Büchern wieder eine große Rolle spielen wird. Insgesamt freue ich mich jetzt schon auf die Fortsetzung dieser mal wieder herrlich unorthodoxen Fantasyreihe.

Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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