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[Bücher] „Unser allerbestes Jahr“ von David Gilmour

u1_978-3-596-18224-4.49505085Inhalt:

Dieses Buch beschreibt die Geschichte von David Gilmour und seinem Sohn Jesse. Jesse leidet an absoluter Schulunlust, so dass sein Vater eines Tages beschließt, dass Jesse nicht mehr zur Schule gehen muss. Doch David stellt zwei Bedingungen an Jesse. Erstens: keine Drogen. Zweitens: Jesse und er sehen sich jede Woche gemeinsam drei Filme an. Sie gründen also einen Filmclub, der – so hofft der Vater – Jesse die nötige Bildung und Weisheit mitgibt, die ihn bereit machen für das Leben mit allen seinen Höhen und Tiefen.

Meine Meinung:

Ein wunderbares Buch über die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn, über die ganz besondere Beziehung der beiden, über den ersten Liebeskummer, das Erwachsenwerden und natürlich auch über Filme.

Oberflächlich gesehen geschieht in diesem Buch nicht viel, andererseits passiert enorm viel. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn verändert sich, Jesse wird innerhalb der drei Jahre, die das Buch umfasst, erwachsen. Gemeinsam mit dem Vater habe ich erlebt, wie schwer es ist, die richtigen Worte zu finden, in richtigen Moment still zu sein, Vertrauen zu haben und loslassen zu können.

Ein wenig gestört hat mich der deutsche Titel „Unser allerbestes Jahr“, da sich das Buch über drei Jahre hinweg zieht. Da finde ich den Originaltitel „The Film Club“ zutreffender. Schade ist auch, dass ich so wenige der angesprochenen Filme kannte, aber das liegt natürlich an mir und nicht an dem Buch. Filmliebhaber mit einem größeren Wissen als ich (und das zu haben ist ganz einfach) werden sicherlich noch mehr Freude an dieser wunderschönen Geschichte haben als ich.

Aber auch ich bin wirklich sehr begeistert und überlege jetzt schon, wem ich alles dieses Buch empfehlen kann.

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[Bücher] „Der Junge im gestreiften Pyjama“ von John Boyne

u1_978-3-596-80683-6.50035500Inhalt:

Wie auch der Autor selber zu Beginn seines Buches schreibt, sollte vom Inhalt hier möglichst wenig verraten werden. Es sei nur so viel gesagt: Der neunjährige Bruno, Sohn eines Kommandanten zu Zeiten des zweiten Weltkriegs, muss plötzlich mit seiner Familie aus Berlin wegziehen. In seinem neuen Heim fühlt er sich gar nicht wohl, es ist viel kleiner als das schöne Haus in Berlin, seine Freunde fehlen ihm und außerdem ist dort der merkwürdige Zaun. Hinter dem Zaun befinden sich viele Menschen, die Bruno aus einem kleinen Fenster in seinem Zimmer sehen kann. Die Menschen tragen alle die gleichen Sachen: gestreifte Pyjamas. Doch sein Vater sagt ihm, dass die Leute auf der anderen Seite gar keine richtigen Menschen sind.

Bruno beginnt zu forschen…

Meine Meinung:

Ein Buch über den zweiten Weltkrieg, über die Unterschiede zwischen Juden und Nichtjuden, über Freundschaft und Vorurteile; erzählt aus den naiven Augen eines neunjährigen Jungen. Bruno, die Hauptperson des Buches und auch der hauptsächliche Erzähler vermittelt dem Leser einen sehr kindlichen, aber auch sehr unvoreingenommen Blick auf das Geschehen im zweiten Weltkrieg. Manchmal ist dieser Blick für meinen Geschmack etwas zu naiv und wirkt dadurch unglaubwürdig. Andererseits wurden mir so Perspektiven und Sichtweisen eröffnet, die zwar augenblicklich einleuchtend, aber ansonsten mir vielleicht nicht zugänglich gewesen wären.

Insgesamt ein berührendes Buch, das sich allerdings für die Tragik des Themas etwas zu leicht lesen lässt. Die Frage habe ich mir heute schon mal gestellt: Darf ein Buch zum zweiten Weltkrieg sich einfach so runterlesen lassen, darf es den Leser stellenweise zum Schmunzeln bringen und darf es unterhalten? Genau das wären vielleicht Fragen, die sich gut in der Schule nach der Lektüre des Buches diskutieren ließen. Ich halte dieses Buch insgesamt für eine sehr gute Schullektüre zum Thema des dritten Reiches.

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[Bücher] „Die Hassliste“ von Jennifer Brown

9783423782524Inhalt:

Valerie und Nick sind an ihrer Schule eher Außenseiter, werden von vielen Schülern gemobbt. Doch als die beiden ein Paar werden, fühlen sie sich wie Seelenverwandte und alles ist leichter zu ertragen. Gemeinsam führen sie eine Hassliste, auf der all die Personen verzeichnet sind, die ihnen in der Schule besonders gemein mitspielen. Valerie nimmt diese Liste nicht ganz so ernst, für sie ist es mehr eine weitere Gemeinsamkeit mit Nick.
Doch Nick eröffnet eines Tages in der Cafeteria ihrer Schule das Feuer und schießt um sich. Ziel sind dabei insbesondere die Personen, die auf der Hassliste stehen.
Der Amoklauf wird nur dadurch beendet, dass sich Valerie vor eine Mitschülerin wirft und angeschossen wird. Daraufhin nimmt sich Nick das Leben. Nicht nur Valerie stellt sich danach die Frage, ob sie Heldin oder Mittäterin ist.

Meine Meinung:

Um es direkt vorweg zu sagen: Dieses Buch hat bei mir Gänsehaut und Tränen hervorgerufen. Ich habe bisher noch kein Buch über das sehr sensible Thema „Amoklauf an Schulen“ gelesen. Doch Jennifer Brown gelingt es meiner Meinung nach sehr gut, die einzelnen Fragen nach den Täter, den Opfern und den Hintergründen darzustellen. Mit Valerie hat sie eine Figur geschaffen, die ganz klar nicht eindeutig einer Gruppe (nämlich den Tätern oder den Opfern) zuzuordnen ist. Dies regt sehr zum Nachdenken an und bietet auch innerhalb des Buches Diskussionspotenzial. Sehr einfühlsam und mitfühlend beschreibt die Autorin die Situation von Valerie, die nicht mehr weiß, wer sie ist oder mal war. Ich konnte zu jeder Zeit Valeries Gedankengänge nachvollziehen und war von den Handlungen im Buch genauso mitgerissen und erschüttert wie die weibliche Hauptperson.

Die Geschichte verläuft eigentlich auf drei verschiedenen Zeitebenen: der Gegenwart (einige Monate nach dem Amoklauf), der Vergangenheit direkt am Tag des Amoklaufs und der noch früheren Vergangenheit, die vor dem Amoklauf liegt und die gemeinsame Geschichte von Valerie und Nick darstellt. Dadurch, dass diese drei Zeitebenen immer wieder abwechselnd dargestellt werden, ergibt sich nach und nach einer differenziertes Bild der Situation und eröffnet dem Leser immer wieder neue Blickwinkel.

Eigentlich möchte ich das Buch auch nicht weiter zerreden. Es ist eindeutig ein Buch, das man lesen sollte. Ich denke auch als Schullektüre ist es gut geeignet, aber auch als Freizeitlektüre kann ich „Die Hassliste nur empfehlen“!

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[Bücher] „Erebos“ von Ursula Poznanski

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Das erste Mal kommt Nick mit dem Computerspiel „Erebos“ in Kontakt als er merkt, wie einer seiner besten Freunde kaum noch zu erreichen ist, übernächtigt in die Schule kommt und jegliche Fragen zu dem Spiel unbeantwortet lässt.

Für das Spielen des Spiels gibt es nämlich drei Regeln:

  1. Jeder hat nur eine Chance „Erebos“ zu spielen.
  2. Man muss beim Spielen immer alleine sein.
  3. Man darf mit niemanden über „Erebos“ reden.

Immer mehr Schüler an der Schule fehlen und Nick befürchtet, dass „Erebos“ gefährlich sein könnte. Doch dann erhält auch er Kopie des Spiels… und ist total hingerissen. Das besondere: „Erebos“ verknüpft die Spielwelt mit der Realität. Nick wird absolut süchtig nach dem Spiel, seine Gedanken kreisen nur noch um seine Spielfigur und das Geschehen in der virtuellen Welt. Doch dann fordert das Spiel Nick dazu auf, einen Menschen zu töten…

Meine Meinung:

„Erebos“ ist eine packende Geschichte, die genauso süchtig macht wie das Spiel innerhalb des Buches. Wenn ich mal ein Computerspiel über einen längeren Zeitraum gespielt habe, hat mich das auch immer sehr in den Bann gezogen. Ich kann das Gefühl von Nick also sehr gut nachempfinden. Sehr gekonnt baut die Autorin für den Leser eben diese Spannung auf und verknüpft das Spielgeschehen mit der Realität. Bis zum Ende hin wartet der Leser auf eine Auflösung und eine Erklärung für das, was er bisher gemeinsam mit Nick durchgemacht hat.

An dieser Stelle gibt es dann auch den einzigen klitzekleinen Kritikpunkt meinerseits, denn die Erklärung greift ein wenig in die Zukunft. Trotzdem hat mich das Ende des Buches durchaus zufrieden gestellt. Viele lose Fäden werden gekonnt verknüpft.

Ich habe das Buch ab etwa der Hälfte in einem Rutsch durchgelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es endet. Ich denke, diese Tatsache spricht absolut für ein grandioses Buch. Dass ich, als ich zwischendrin kurz geschlafen habe, sofort von dem Buch geträumt habe, auch!a

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[Bücher] „Fee. Schwestern bleiben wir immer“ von Monika Feth

Fee von Monika FethInhalt:

Claire und ihre zwei Jahre ältere Schwester Fee sind unzertrennlich: „Fee und Claire. Licht und Schatten. Schwestern. Eine Nähe, die keine Worte braucht.“

Doch als Fee neunzehn Jahre alt ist, stirbt sie. Zwar viel später, als von den Ärzten prognostiziert, doch für Claire immer noch viel zu früh. Fee hatte MPS, eine Krankheit, die nach und nach die Organe des Betroffenen angreift.

Nach Fees Tod zieht es Claire mit ihrem Freund nach Schottland, denn zuhause in Deutschland erinnert sie alles an ihre geliebte Schwester. Nach und nach gelingt es ihr in den Ruhe und Stille der Highlands mit dem Tod ihrer Schwester abzuschließen und diese endgültig loszulassen.

Meine Meinung:

Dies ist jetzt das zweite Buch der Autorin Monika Feth, das ich innerhalb kürzester Zeit gelesen habe. Noch einfühlsamer, noch behutsamer beschreibt sie das Leben von Claire mit ihrer Schwester Fee. Beschreibt die Schwierigkeit von Claire, den Tod ihrer Schwester zu akzeptieren und weiter in der Gegenwart leben zu können. Beschreibt auch das Zusammenleben der einzelnen Familienmitglieder und die Besonderheiten, die sich dadurch ergeben, dass sich alles immer um Fee dreht. Beeindruckend fand ich an dieser Stelle, wie authentisch das Erzählte auf mich gewirkt hat.

Das Buch soll ein Jugendbuch sein, doch ist es meiner Meinung nach ziemlich harter Tobak für viele Jugendliche, die sich der Geschichte wirklich öffnen. Ich würde das Buch eher Erwachsenen als Jugendlichen empfehlen, doch kann es sicherlich auch dazu dienen, Jugendliche für das Thema Tod oder Abschied zu sensibilisieren.

Passend zu den leisen Tönen und zarten Metaphern, die in der Geschichte verwendet werden, hat mich einfach auch das wunderschöne Cover dieses Buches begeistert. Es ist so passend und eng mit dem Buch verknüpft, dass es bei mir genau die Gefühle, die ich beim Lesen hatte, wieder aufs neue erweckt. Absolut gelungen!

Insgesamt ein Buch, das mich sehr berührt hat!

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[Bücher] „Rubinrot“ von Kerstin Gier

978-3-401-06334-8Reiheninfo:

  1. „Rubinrot“
  2. „Saphirblau“
  3. „Smaragdgrün“

Handlung:

Gwendolyn hat es nicht leicht, denn in ihrer Großfamilie gibt es viele Geheimnisse. Immer wieder gibt es in den verschiedenen Generationen Personen, die das Zeitreise-Gen besitzen. So auch ihre Cousine Charlotte, die noch darauf wartet, dass sie ihren ersten Zeitsprung macht. Ihr Leben lang wurde Charlotte auf darauf vorbereitet, denn sie ist schließlich die Auserwählte mit der besonderen Gabe. So denken zumindest alle…. bis zu dem Zeitpunkt, an dem Gwendolyn plötzlich und unerwartet in der Zeit springt. Ausgerechnet Gwendolyn, die so viel tollpatschiger und normaler ist als ihre Cousine.

Gwendolyn ist von der ganzen Sache ebenso wenig begeistert, wie der Rest der Familie. Scheint hinter dem Zeitreise-Gen doch noch viel mehr zu stecken. Nicht nur, dass sie sich entscheiden muss, wem sie vertrauen kann und wem nicht. Außerdem begegnet sie dem unglaublich arroganten, aber auch unglaublich gutaussehenden Gideon…

Meine Meinung:

Endlich, endlich, endlich!

Auf Anraten von Eva habe ich bis zum Erscheinen des dritten und letzten Bandes damit gewartet, Rubinrot zu lesen. Nachdem gefühlt der Rest der Welt schon von der Edelstein-Trilogie (oder auch Liebe geht durch alle Zeit-Trilogie) geschwärmt hat, kann ich nun endlich bestätigen, was alle vor mir schon festgestellt haben: Toll!

Ich kenne (und liebe) Kerstin Gier vor allem durch ihre Müttermafia-Reihe und war sehr gespannt, wie mir jetzt diese Fantasy-Romantik-Reihe für Jugendliche gefallen würde. Und ich muss eindeutig sagen, dass sich diese genauso wie die Müttermafia-Bücher durch den unglaublich liebenswerten Humor der Autorin auszeichnet. Ich habe die ersten zweihundert Seiten des Buches im Zug gelesen und habe den ein oder anderen schrägen Blick von Mitreisenden geerntet, weil ich einfach leise in mich hineinkichern musste.

Dazu kommt, dass Gwendolyn und auch ihre beste Freundin Leslie einfach so liebenswert normal sind (wenn man bei einer Trägerin des Zeitreise-Gens denn überhaupt von normal sprechen kann). Hach, ich liebe die beiden.

Dazu kommt, dass es der lieben Frau Gier meiner Meinung nach ganz hervorragend gelungen ist, ein Jugendbuch zu schreiben, das die Lebenswelt der heutigen Jugend realistisch widerspiegelt, ohne gekünstelt zu wirken. Mit einer Selbstverständlichkeit googlet Leslie für Gwendolyn Fakten über die Zeitreise und erhält im Gegenzug MMS von ihr. Wirklich absolut gelungen.

Ich könnte jetzt noch ohne weiteres Stunden weiterschwärmen, aber dafür habe ich keine Zeit, ich muss den zweiten Teil lesen!

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[Bücher] „Rotkäppchen muss weinen“ von Beate Teresa Hanika

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Normalerweise wird Malvina bei ihren Besuchen zu ihrem Opa immer von ihrer besten Freundin Lizzy begleitet. Doch Lizzy ist in den Osterferien mit ihren Eltern verreist und so muss die Dreizehnjährige alleine zu ihrem Opa, der seit Oma gestorben ist, immer häufiger nach der Aufmerksamkeit seiner Enkelin verlangt. Malvina fühlt sich in der Gegenwart ihres Großvaters zunehmend unwohl, insbesondere als dieser sie auf de Mund küsst. Doch bei ihrer Familie findet das junge Mädchen kein Gehör. Ihre Sorgen werden mit den Schwierigkeiten der Pubertät abgetan. Einzig und allein der verhasste Nachbarsjunge scheint sich für ihre Gefühle zu interessieren.

Meine Meinung:

Ich wusste bereits zu Beginn des Buches, womit ich beim Lesen zu rechnen hatte, trotzdem haben mich die Handlung des Buches und die vermittelten Ängste und Nöte von Malvina sehr geschockt. Die Sprache des Buches ist der Handlung sehr angemessen. Hastig, manchmal sprunghaft und wirr erzählte die Autorin die gegenwärtige Handlung, die Vergangenheit, Malvinas Freundschaft zu Lizzy und ihre Gedanken, Sorgen und Ängste.

Ich konnte sehr mit Malvina mitfühlen, als ich die Reaktionen der Familie auf Malvinas Geständnis mitbekommen habe. Fassungslos und wütend war ich. Genauso wie die Hauptperson habe ich mich auf die Treffen mit „Klatsche“ dem Nachbarsjungen gefreut. Und ich konnte nicht glauben, was ich nach und nach von Malvinas Geschichte erfahren habe.

Ein beeindruckendes Buch!

Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, kann ich auch direkt selber etwas revidieren. Das Buch war nicht einfach zu lesen, was dadurch kam, dass Malvinas Gedanken und vor allem die wörtliche Rede nicht in Anführungszeichen gesetzt war. Aber vermutlich war genau das die Intention der Autorin. Das Buch soll nicht einfach zu lesen sein, die Geschichte ist nicht einfach, sondern mühsam, kompliziert und erschöpfend. Falls Frau Hanika so gedacht und geplant hat, ist ihr die Umsetzung gut gelungen.

Dieses so gut geschriebene, klischeefreie, sanfte und ehrliche Jugendbuch zu einem wirklich schwierigen Thema wird immer ein Platz in meinem Herzen und in meinem Regal haben.