Haus und Garten

[Haus und Garten] Wir sind stolze Eltern von 25 Mauerbienchen

Vor knapp zwei Wochen war ich mit dem Herzensmann in einem großen Gartencenter in der Nähe. Eigentlich wollte ich dort nur nach bienenfreundlichen Pflanzen gucken. Ihr wisst ja schon, dass ich versuche, möglichst viele davon in meinen Garten zu pflanzen.  Uneigentlich lief mir dann plötzlich ein „BeeHome“ über den Weg. Eine Art Insektenhotel, zu dem man sich dann über das Internet 25 Mauerbienenkokons bestellen konnte.

wp-1584628798361.jpg

Das Ganze hat einen stolzen Preis und ich habe echt lange überlegt. Aber irgendwie konnte ich dann nicht daran vorbeigehen. Also habe ich das BeeHome gekauft und zu Hause direkt meine Mauerbienchenkokons geordert. Vier Tage später kamen diese dann per Post in Form eines kleinen Röhrchens an. Dieses Röhrchen musste man dann in die Mitte des BeeHomes stecken und warten …

wp-1584628798563.jpg

Ich bin seitdem tatsächlich täglich rausgegangen und habe nach meinen Bienchen geschaut. Zwischendurch flog eine Rote Mauerbiene durch unseren Garten und der Herzensmann und ich dachten zunächst, es wäre eine von unseren. Dafür war sie aber dann doch zu groß. Zwischendurch musste ich das Röhrchen mit den Kokons immer mal wieder richtig ins BeeHome schieben. Ich vermute, dass ein paar übereifrige Vögel daran rumgepickt und es dabei rausgezogen haben.

Gerade eben, genau eine Woche nachdem die Kokons per Post kamen, ging ich wieder einmal raus, um zu gucken, ob sich etwas tun würde. Und siehe da: Irgendwas hatte sich verändert. Durch das kleine Loch konnte man plötzlich mehr sehen. Ich bin dann ganz aufgeregt nach oben gegangen und hab den Herzensmann an der Hand nach unten gezogen. Gemeinsam standen wir vor unserem Bienenhäuschen als … plötzlich tatsächlich ein Bienchen vorsichtig den Kopf aus dem Röhrchen steckte. Es scheint noch sehr schüchtern und unsicher zu sein. Vorsichtig tastet es sich immer weiter vor, um dann doch wieder erst zurück in Sicherheit zu krabbeln. Und wir – ganz die stolzen Bieneneltern – standen aufgeregt davor. „Na komm schon, Mama und Papa sind ja da!“, lockte der Herzensmann das Bienchen. Das ließ sich davon aber noch nicht so ganz überzeugen.

wp-1584628798690.jpg

Ich muss sagen: Für mich ist das BeeHome eine tolle Investition gewesen und ich freue mich darauf, die Bienen weiter zu beobachten. In der Zwischenzeit pflanze ich weiter ganz viele Blümchen, damit die Bienchen direkt ganz viel Nahrung finden.

Dies und Das

[Dies und Das] Irgendwie scheint gerade alles belanglos

Ich hab so viele Ideen für schöne Blogbeiträge und ich habe eigentlich Zeit sie zu schreiben. Aber jedes Mal, wenn ich kurz davor bin, mir den Laptop zu schnappen, denke ich mir: „Wie belanglos sind deine Themen eigentlich gerade? Gibt es nicht gerade viel wichtigeres als deine Bienchen im Garten, als das letzte Buch oder deine Acrylbilder?“

Corona ist da und deutlich schlimmer, als ich es erwartet hätte. Ich weiß noch genau, dass mich meine Schüler vor 1-2 Monaten darauf angesprochen habe und ich ihnen gesagt habe, dass das nicht schlimm wird. Ich hätte immer gedacht, dass die Medien nur versuchen, möglichst viele Schlagzeilen zu bekommen und eigentlich nichts dahinter steckt. Und nun?

Nun sitze ich zu Hause, sage Verabredungen ab, fühle mich beim Einkaufen unwohl und stelle mir ganz viele Fragen: Wie lange wird das alles noch gehen? Werden die Menschen, die mir wichtig sind, alles gut überstehen? Welche Veränderungen wird es noch geben?

Zum Glück geht es mir aktuell gut. Ich bin noch gesund. Ich habe einen tollen Mann an meiner Seite und bin nicht ganz alleine und isoliert zu Hause. Ich bin verbeamtet und habe ein sicheres Gehalt. Und dafür bin ich dankbar.

Und dann die Frage: Darf ich auch dankbar für die Zeit sein, die ich durch Corona habe? Ich arbeite zwar im Homeoffice, aber durch die fehlenden Anfahrtszeiten und Freistunden, habe ich deutlich mehr Zeit. Zeit für mich. Zeit zum Durchatmen. Zeit, um mich zu bewegen.

wp-1584514773279.jpg
Wir haben eine neue schöne Runde zum Spazieren entdeckt

Ich glaube aber, dass es mir gut tut, mir ein Stückchen Normalität zu bewahren. Also wird es hier in den nächsten Tagen auch weitergehen. Und eigentlich freue ich mich auch darauf, von dem ein oder anderen berichten und euch viele Bilder zu zeigen.

Kreatives

[Kreatives] ArtNight Bielefeld „Glitzerwald“

wp-1583906207429.jpg

Immer wieder ist mir in den letzten Monaten bei Facebook die ArtNight aufgefallen. Immer wieder habe ich dazu kleine Werbeanzeigen gelesen und fand das Konzept super. So super, dass ich auch mal mitmachen wollte. Meine erste Anfrage an einen lieben Freund wurde abgelehnt: „Danke, dass du an mich denkst, aber ich glaub, das ist nichts für mich!“ Dann habe ich eine liebe Freundin gefragt, mit der ich auch schon mal einen Zeichenkurs gemacht habe. Hier war die Antwort deutlich euphorischer: „Ja, klar, voll gerne! Sehr gerne! Find ich echt gut!!“ 🙂

Bei der Motivauswahl taten wir uns etwas schwer: Wir scheinen einen sehr unterschiedlichen Geschmack zu haben. 😀 Am Ende konnten wir uns dann trotzdem einigen (vor allem, weil wir terminlich gar nicht so viele Möglichkeiten hatten) und so haben wir uns gestern auf den Weg gemacht, um den Glitzerwald zu malen.

wp-1583905875780.jpg

Insgesamt waren wir 23 Teilnehmerinnen und zwei Künstlerinnen, die uns beim Erstellen des Bildes unterstützt haben. Die Arbeitsplätze waren alle schon vorbereitet. Jeder bekam eine weiße Leinwand, die entsprechenden Farben und Pinsel gestellt. Und dann ging es los.

Schritt für Schritt erstellten wir gemeinsam und doch jeder für sich seinen eigenen Glitzerwald. Maya erklärte uns zuerst, wie wir den Hintergrund gestalten mussten und die einzelnen Farbebenen verblenden konnten. Danach ging es ans Zeichnen der Bäume. Hier wurde es spannend, denn jede Teilnehmerin malte diese in ihrem ganz eigenen Stil. Am Ende wurden dann die Baumkronen mit Gold gemalt und mit Glitzer versehen.

wp-1583906525189.jpg

Meiner Freundin und mir hat die Veranstaltung wirklich gut gefallen. Es war eine sehr nette Runde, man konnte sich gut von den anderen Teilnehmerinnen inspirieren lassen und am Ende sind alle mit einem tollen kleinen Kunstwerk nach Hause gegangen. Ich persönlich fand es super, mal in die Acrylmalerei (ich glaube zumindest, dass es Acrylfarben waren) reinschnuppern zu können. Die nächste ArtNight ist schon gebucht und auch zu Hause würde ich mich gerne mal an solchen Bildern probieren.

wp-1583906293146.jpg

Du möchtest auch mal zu so einer ArtNight und dich einen Abend wie ein Künstler fühlen? Dann kannst du auf der Homepage der ArtNight nachsehen, ob es auch passende Veranstaltungen in deiner Nähe gibt. 🙂

Bücher

[Bücher] „Freischwimmen. Wer die Wahrheit sucht, muss tief tauchen“ von Adam Baron

wp-1583066108342.jpg

„Angst vor meiner Mum. Das war kein gutes Gefühl, und ich fragte mich, wie das möglich war.“ (S. 64)

Cymbeline ist in der 4. Klasse und ein sehr sportlicher Junge. Da sollte er sich doch eigentlich freuen, dass ab jetzt montags der Religionsunterricht ausfällt und er stattdessen mit seiner Klasse ins Schwimmbad fährt, oder? Wäre da nicht die Tatsache, dass Cymbelines Mutter noch nie mit ihm zum Schwimmen gefahren ist. Ihre Erklärungen dafür: eine Sandallergie, die Krokodile in den Flüssen, die Ungeheuer in den Seen und das Chlor im Schwimmbad.

Als Cymbeline während des Schwimmunterrichts ins Wasser geschubst wird und gerettet werden muss, führt das zu einer großen Krise. Cymbelines Mutter ist vollkommen verzweifelt und hört nicht mehr auf zu weinen. Noch nicht mal einen Gute-Nacht-Kuss kann sie ihm geben. Und am nächsten Morgen? Am nächsten Morgen ist sie einfach weg.

„Und dann merkte ich, dass ich noch jemanden hasste, nämlich meine Mum, und als ich das begriff, drehte sich mir der Magen um. Sie hatte mich verlassen. Wie konnte sie das tun? Egal, was passiert war. Wusste sie denn nicht, was das für mich hieß?“ (S. 145-146)

Cymbeline muss tief tauchen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Warum hat seine Mutter so viel Angst vor dem Schwimmen? Woran ist sein Vater gestorben? Warum streiten sich seine Tante und seine Mutter immer? Zusammen mit Freunden – neuen wie alten – macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit.

„Freischwimmen“ ist ein wirklich bewegendes Buch. Besonders beeindruckend finde ich, dass es dem Autor meiner Meinung nach hervorragend gelingt, seine Zielgruppe (nämlich Kinder ab 10 Jahren) anzusprechen. Das Buch behandelt wirklich schwierige Themen, allen voran den Umgang mit traumatischen Erfahrungen. Ich hatte beim Lesen immer wieder kurz Tränen in den Augen, bin aber nie ganz verzweifelt. Das lässt der Autor nicht zu. Er zeigt schwierige Themen auf und beschreibt Cyms Gefühle und Ängste sehr authentisch. Das wühlt auf. Und trotzdem lässt Adam Baron den Leser nicht allein. Nimmt ihn immer wieder an die Hand und lockert die Stimmung durch leichtere Passagen wieder auf.

„Die Erwachsenen sollten nichts weglassen. Wirklich nichts. Sie müssen das ganze Bild malen, alles, und keine Angst davor haben. Wenn sie uns dabei nur fest genug im Arm halten, so fest, dass wir wissen, dass sie uns lieben, dann können sie uns alles sagen, egal was.“ (S. 203)

Für mich war „Freischwimmen“ aus den verschiedensten Gründen eine sehr bewegende Lektüre. Es hat mich persönlich tief berührt und glaube, dass es noch viele Leserherzen höher schlagen lassen wird.

Zitate

[Zitat] Aus: „Das Nest“

„Nach [dem*] Kuss wusste Nora genau, wie er sich gefühlt haben musste. Vom Boden abzuheben und von einer äußeren Kraft vorwärtskatapultiert zu werden, das Schaukeln, das Kribbeln im Bauch, die Schwerelosigkeit, das Gefühl zu fliegen, das alles musste ein fast sinnliches Erlebnis sein, eine Vorstufe heranreifenden Verlangens, von Lust und Begierde.“ (S. 240, Cynthia D’Aprix Sweenie)

*Um nicht zu spoilern, habe ich den Namen entfernt